Wenn der Nachwuchs surfen will: UDE-Forscher entwickeln Jugendschutz-System für Smartphones

[20.03.2012] Das World Wide Web für unterwegs: Mit Smartphones können auch Kinder und Jugendliche das Internet auf dem Schulhof oder im Freibad nutzen. Doch viele Eltern wissen nicht, dass sie sich dabei vollkommen ungeschützt auf den Webseiten bewegen und haben keinen Überblick, was sie anklicken. Die Universität Duisburg-Essen (UDE) hat nun ein System entwickelt, das diese Sicherheitslücke schließen soll.

Sie sind beliebt, die kleinen mobilen Endgeräte, auch beim Nachwuchs. Laut einer aktuellen Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest besitzt mittlerweile bereits jedes vierte deutsche Kind ein Smartphone. Trotzdem gibt es dafür im Gegensatz zum PC noch keine anerkannten Jugendschutz-Programme. Zurzeit bewegen sich hier also viele Kinder weitestgehend unbeaufsichtigt im Netz. Jugendschützer und Eltern fordern passende Lösungen.

Jetzt hat das paluno-Institut der UDE ein umfassendes Konzept für diesen mobilen Jugendschutz erarbeitet. Konkret sieht das so aus, dass Eltern nicht nur ein altersgerechtes, individuell zugeschnittenes Schutzprofil für das Handy definieren, sondern sich auch aktiv einschalten: Gelangt ihr Kind doch einmal auf eine eventuell unberechtigt gesperrte Seite, so kann es die Eltern live um die Freischaltung bitten. Die Erwachsenen beantworten die Anfrage mit einer einfachen Eltern-App. Mit diesem Konzept kann das Kind ein sicheres Umfeld nutzen, ohne unnötige Einschränkungen.

„Unsere zentrale Idee ist, dass die Eltern ja auch solche Telefone haben. Diesen Vorteil kann man gezielt nutzen, um die Inhalte für Kinder flexibler zu machen. Der Nachwuchs surft nicht nur auf festgelegten Seiten, sondern kann direkt um Erlaubnis fragen, wenn andere Angebote hinzukommen“, erklärt Informatiker Marian Benner. Er hat mit seinen Kollegen das verteilte Softwaresystem konzipiert, das auf bereits etablierte Filterlisten zurückgreift. Um das Programm schnell zur Produktreife zu bringen, werden nun Partner für Kooperationsprojekte gesucht.

Hinweis für die Redaktion:
Interessierten Journalisten stehen die Forscher des paluno-Instituts für individuelle Interviews zur Verfügung. Dabei kann der Prototyp getestet werden.

Weitere Informationen finden Sie hier.
Marian Benner, paluno - The Ruhr Institute for Software Technology, Tel. 0201/183-7047, marian.benner(at)paluno.uni-due.de

Enrico Rukzio im Jungen Kolleg

Prof. Dr. rer. nat. Enrico Rukzio (34), Experte für Mobile Mensch-Computer-Interaktion an der Universität Duisburg-Essen (UDE), gehört zu den sieben jungen Forschern, die sich im Auswahlverfahren für das Junge Kolleg der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste durchgesetzt haben. Die Wissenschaftler werden am 17. Januar offiziell aufgenommen, mehr als 100 hatten sich mit ihnen darum beworben.

„Ich freue mich, dass wir erneut herausragende Nachwuchswissenschaftler in unsere Reihen aufnehmen können“, sagte Akademiepräsident Prof. Dr. Dr. Hanns Hatt. Das Junge Kolleg, das 2006 zusammen mit der Stiftung Mercator ins Leben gerufen wurde, habe sich zu einem „Aushängeschild für junge, exzellente Forschung in Nordrhein-Westfalen“ entwickelt, so Hatt. Ihm gehören 30 Wissenschaftler aus ganz NRW an. Ihnen wird Gelegenheit gegeben, ihre Projekte in interdisziplinären Arbeitsgruppen unter dem Dach der Akademie zu diskutieren und sich mit der etablierten Wissenschaftselite auszutauschen. Die Kollegiaten werden auf vier Jahre berufen und erhalten ein jährlich mit 10.000 Euro dotiertes Stipendium und zusätzliche Förderung für Auslandsaufenthalte.

Prof. Rukzio gehört der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der UDE an. In seiner Arbeitsgruppe im „paluno“, dem „Ruhr Institute for Software Technology“ der UDE, befasst er sich vor allem mit den Wechselbeziehungen zwischen mobilen Endgeräten wie Handys und allgegenwärtigen Benutzungsschnittstellen, wie öffentlichen Displays, Projektionen oder interaktiven Tischen. Ein Beispiel ist das kürzlich veröffentlichte System „Interaktiver Telefonanruf“, das unter http://youtu.be/Qv6Wv8Nv6sI anschaulich demonstriert wird. 

Rukzio schloss 2002 sein Informatikstudium an der TU Dresden ab, 2007 wurde er im Bereich Medieninformatik an der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert. Seit 2006 leitete er als RCUK Academic Fellow und Lecturer eine Forschungsgruppe im Computing Department der Lancaster University in Großbritannien. 

2009 nahm ihn die Deutsche Forschungs-Gemeinschaft (DFG) in das Emmy Noether-Pogramm auf und bewegte ihn damit zur Rückkehr in sein Heimatland. Das DFG-Programm fördert die Karriere junger Nachwuchswissenschaftler in Deutschland und gibt ihnen die Mittel, an einer Hochschule eine eigene Forschergruppe zu leiten. „Auf Grund der exzellenten Rahmenbedingungen an der Uni Duisburg-Essen habe ich mich entschieden, diese Gruppe hier anzusiedeln“, erklärt Rukzio. 

Weitere Informationen: Prof. Dr. Enrico Rukzio, Tel. 0201/183-7248 oder 01577/ 6838658, enrico.rukzio@uni-due.de, http://www.mhci.uni-due.de/team/enrico-rukzio/

Reduce CO2-Emissions by Internet

FInest is developing innovative application scenarios and IT solutions to demonstrate the opportunities that the Future Internet will expose to accomplish sustainable freight transport and logistics. Transport and logistics has a significant environmental impact, which has roughly doubled since 1990. FInest will exploit intelligent, Future Internet technology to create more reliable, more cost efficient and more eco-friendly and thus more sustainable transport and logistics networks.

“Let’s take the construction of a large technical product, such as an offshore wind energy plant, as an example”, explains Dr. Andreas Metzger (Technical Coordinator of FInest). “Here, you need to integrate and assembly on-site many different high-precision parts from many suppliers and countries. Currently, processes for constructing those products involve resource-intensive, intermediate steps, such as interim storage and thus additional transport legs. Only when assembling the parts, you realize today if there was some damage to those parts during transport. Thus, you need to test-assemble them before actual on-site assembly. Exploiting the Future Internet, such as the Internet of Things, we will be able to retrieve online information from the transported goods in order to determine their state. As an example, if one were to know at the construction site that all parts are fine, there would no need to perform a test-assembly. And, even in the case there was damage to a part, one could immediately plan counter measures, such as ordering spare parts. This means less intermediate steps, shorter transport routes, less buffers and thus ultimately will lead to significant reduction of emissions.” 

FInest will build on the next major leap of information and communication technology, the “Future Internet’” The Future Internet constitutes a future ICT infrastructure in which various technology streams converge. Specifically, we will see the convergence of the Internet of Services, the Internet of Content and the Internet of Things, enabled by Networks of the Future and comprehensive mechanisms for Security, Privacy and Trust. As an example, FInest will be able to exploit smart sensors of the Internet of Things, which are connected via the Networks of the Future. Those smart sensors allow us to gather online and up-to-date information about transported goods. Based on such a wealth of information, we will be able to continuously improve the transport and logistics process. 

The FInest team, together with stakeholders from the domain, has identified four core capabilities that will be offered by FInest: (1) a collaboration hub, providing communication and collaboration facilities for all stakeholders involved in the transport and logistics chain, (2) an electronic contract manager, which provides service provider selection, contract negotiation and agreement, as well as contract management and monitoring, (3) an event processing engine that gathers and analyses real-world and business data to determine critical events, and (4) a transport (re-)planning module. In addition, the FInest architecture will be flexible enough to allow for customer-specific configuration and also extension.

Contact: Andreas Metzger, Phone: +49 201/183-4650, andreas.metzger(at)paluno.uni-due.de