Requirements Engineering

Die Aufgabe des Requirements Engineering im Entwicklungsprozess von softwarebasierten Systemen ist es, die Anforderungen an das System und die Anforderungen an den Softwareteil des Systems vollständig und fehlerfrei zu ermitteln, um die Aktivitäten in den nachgelagerten Entwicklungsstadien (z.B. Architekturentwurf, Design, Implementierung und Test) bestmöglich zu unterstützen. Viele Praxisstudien haben gezeigt, dass gerade Fehler in der Anforderungsspezifikation zu erheblichen Problemen in Entwicklungsprojekten führen können, da insbesondere dann, wenn solche Fehler im Entwicklungsprozess erst spät aufgedeckt werden, häufig sämtliche auf den Anforderungen beruhenden Entwicklungsergebnisse (wie z.B. Architekturentwurf, Implementierung) korrigiert werden müssen. Fehler in den Anforderungen, die im Rahmen des Entwicklungsprojektes nicht aufgedeckt werden, können darüber hinaus zum Versagen des Systems im Betrieb führen, was, abhängig von der Sicherheitsrelevanz des Systems, auch schwerwiegende Folgen für die körperliche Unversehrtheit von Menschen haben kann.

 

Die Forscher im Bereich Requirements Engineering bei paluno – The Ruhr Institute for Software Technology beschäftigen sich mit der frühzeitigen Qualitätssicherung von Anforderungen in Entwicklungsprozessen, um der Problematik der spät aufgedeckten Fehler in Anforderungen entgegen zu wirken. Die Forscher setzen sich mit der Frage auseinander, wie die Anforderungen an umfangreiche und komplexe softwarebasierte Systeme ausgehend von der Systemvision, systematisiert und bewertbar erarbeitet werden können, wie zu einer vorliegenden Anforderungsspezifikation eine möglichst optimale Architektur des Systems konstruiert werden kann, wie kritische Abhängigkeiten zwischen Funktionen des Systems bereits auf Basis der Anforderungsspezifikation aufgedeckt werden können und wie durch die strukturierte Analyse des Systemkontextes die inhaltliche Qualität der Anforderungen erhöht und die Entwicklung kontextadaptiver Systeme unterstützt werden kann.

 

Forschungsschwerpunkte

  • Modellbasierte Spezifikation von Anforderungen
  • Abstraktionsebenenbildung in Entwicklungsprozessen
  • Co-Design von Anforderungen und Architektur
  • Analyse von Funktionsnetzen
  • (Teil-)Automatisierte Qualitätssicherung von Anforderungen
  • Kontexttheorie und modellbasierte Kontextanalyse
  • Requirements Engineering für kontextsensitive Systeme

 

Forschungsprojekte

  • Software Plattform Embedded Systems (SPES 2020)
  • European Network of Excellence in Software Services and Systems (S-Cube)

 

Mitglieder der Forschungsgruppe

  • Torsten Bandyszak
  • Philipp Bohn
  • Marian Daun
  • Felix Föcker
  • Sebastian Gabrisch
  • Nazila Golmohammadi
  • Christian Heinz
  • Tim Jonischkat
  • Martina Mau
  • Tobias Reinartz
  • Philipp Schmidt
  • Bastian Tenbergen
  • Nelufar Ulfat-Bunyadi

 

Forschungspartner (Auswahl)

  • Airbus
  • Cassidian Electronics
  • Daimler
  • EADS
  • Fraunhofer Gesellschaft
  • Liebherr Aerospace
  • Robert Bosch
  • RWE
  • SAP
  • Siemens
  • Technische Universität München

 

Netzwerke

  • International Requirements Engineering Board (IREB)